Ortsverband Puchheim

CSU-Neujahrsempfang 22.01.2023

mit Eberhard Gienger

Der Weltmeister im Kunstturnen, CDU-Politiker und Unternehmer Eberhard Gienger zu Gast in Puchheim

Der Weltmeister im Kunstturnen am Reck von 1974, Eberhard Gienger, war der prominente Gast am vergangenen Sonntagabend bei der CSU Puchheim, die ihren traditionellen Neujahrsempfang einmal mehr im großen Saal des Kulturzentrums ausrichtete. Bevor dieser ans Rednerpult schritt, wurden die zahlreichen Gäste mit böhmischer Blasmusik, vorgetragen vom Blechbläserquintett Pfundsblech, eingestimmt. Der Puppenkünstler Joe Heinrich, der fast zeitgleich seine Vernissage abhielt, ließ es sich nicht nehmen und gastierte auch beim Empfang der CSU. Von Edmund Stoiber über Horst Seehofer, Markus Söder bis zu Donald Trump in Form von Handpuppen wurde das sichtlich amüsierte Publikum mit launischen Dialogen unterhalten.

Im Prolog gab die Fraktionssprecherin Karin Kamleiter einen Abriss kommunalpolitischer Angelegenheiten und thematisierte die immer enger werdenden Spielräume, nicht zuletzt bedingt durch die Fehlinvestition der Stadt bei der Greensill-Bank.

Es folgte der halbstündige Vortrag von Eberhard Gienger. Gienger, 1952 in Künzelsau geboren, war zwischen 1971 und 1981 36-facher Deutscher Meister im Turnen, dreifacher Europameister am Reck, dreifacher Vizeweltmeister, dreifacher Weltcup-Sieger, Bronzemedaillen-Gewinner bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal und 1974 Weltmeister am Reck. Seine Rede bei der CSU in Puchheim war ein chronologischer Exkurs über die Olympischen Spiele der Neuzeit. Gienger, der 1980 selbst Opfer des Olympiaboykotts in Moskau war, schilderte eindrucksvoll, dass Politik und Sport nicht erst seit der Fußball-WM in Qatar eng miteinander verwoben sind. Helmut Schmidt lud seinerzeit den Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) Willi Daume ins Kanzleramt. Als Konsequenz auf die russische Invasion in Afghanistan wurde der Forderung des amerikanischen Präsidenten Carter nachgegeben und Deutschland schloss sich dem Boykott an. Erst viele Jahre später bekannte der Altkanzler Helmut Schmidt, dass der Boykott von 1980 "sinnlos und schädlich" gewesen sei. Ob Gienger dadurch um eine olympische Gold-Medaille gebracht wurde, blieb am Sonntag unerwähnt. Weitere Fälle politischer Einflussnahme auf die Spiele fanden im Vortrag von Eberhard Gienger Erwähnung. Die einzigen Spiele, die nicht politisch instrumentalisiert waren, waren jene in Rom 1960.

In der Begrüßung konnte es sich der Ortsvorsitzende Markus Hammer nicht verkneifen und nutzte die Gelegenheit, indem er vor dem anwesenden Landtagsabgeordneten Benjamin Moskowitisch und der Bezirksrätin Gabriele Off-Nesselhauf den geplanten Zubau von Windkraftanlagen in Bayern ebenso kritisierte wie den Zwang hin zur Elektromobilität.

Seinen Ausklang fand der Neujahrsempfang, der zweimal nicht stattfinden konnte, in einem Stehempfang. Eberhard Gienger genoss die Situation sichtlich, diskutierte angeregt und posierte geduldig für Fotos.

Markus Hammer
(Ortsvorsitzender)