Unsere Ortsteile

Das Maxhüttenlied

Die Vielfalt unserer Ortsteile wird sehr anschaulich in unserem „Maxhüttenlied“ ( von G. Kemmeter und F.X. Schütz), das bei besonderen Anlässen von den Kindern unserer Grundschule gesungen wird, dargestellt.

„Maxhüttn und Meßnerskreit, Roding, Haidhof, Winkerling, Pirkasei und Birkahöi, Leonberg und Koobl, san heit der Welt ihr Noobl. Birkazell und Roßbergeröd, Ponholz, Roßbach, Ibenthann, Rappenbügl, Deglhof, Eichlberg und Kaatzheim ham heit Gäst aus aller Welt. Mia san de Schulkinda aus derer Stod, de woa da Kine Max vor ettle Joahr gründt hod. Mia song Eich Griaß God und und freun uns narrisch hait, mia hoffa jeda hod bei uns viel Spaß und Freid.“

Durch die Idee und den Fleiß unserer beiden Schulleiter haben wir damit so etwas wie unsere eigene kleine Nationalhymne.

  Maxhütte-Haidhof

Entstehung und Geschichte der Stadt Maxhütte – Haidhof

 

Allgemeines

Die Stadt Maxhütte-Haidhof ist mit derzeit ca. 10400 Einwohnern die drittgrößte Stadt im Landkreis Schwandorf. Sie ist durch freiwilligen Zusammenschluss der Stadt Maxhütte und der Gemeinde Meßnerskreith im Jahre 1956 entstanden. Im Zuge der Gebietsreform 1972 kamen die ehemaligen Gemeinden Leoberg und Pirkensee und im Mai 1978 letztendlich auch die ehem. Gemeinde Ponholz hinzu. Durch ihre günstige Lage an der BAB A 93 und der Bahnlinie Regensburg-Hof hat sich unsere Stadt trotz des Untergangs unseres Eisenwerks in den zurückliegen Jahren prächtig entwickelt.

  

Entstehungsgeschichte

Die erstmalige urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahre 1280 bekannt. Ein einsamer Bauernhof – der Schawenforst - ( Nähe Ernst – v. Fromm – Straße/Rollbahn ) wird dort erwähnt. Hieraus wurde im Laufe der Jahrhunderte durch mehrere Sprachumwandlungen – Schnonovorst, Schönnsforst, Schaunforst - um 1835 der Sauforst.

 

Wie dieser Name genau entstanden ist, lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Schlüssig klingt jedoch die Erklärung, dass es sich um eine Abwandlung von „in den Forst schauen“ handelt. Die Sicht von der damaligen Burg Lengenfeld Richtung Osten, wo der Feind hauptsächlich herkam, wurde durch den Forst verdeckt. Deshalb wurden zur Sicherung sogenannte Schauposten aufgestellt, die „in den Forst schauten“.

 

Der Kohlefund 1835

Unsere Stadt hat zwar ihren Namen vom Eisenwerk, aber unsere Wurzeln sind weder Erzfunde noch die Eisenerzeugung, unsere Wurzeln liegen im wahrsten Sinne des Wortes in der Erde. Die Überlieferung sagt es so, und niemand hat dieser Version je widersprochen.

Die beiden Hütbuben (Hiätaboam) Gruber und Sperl machten im Jahr 1835 in der Nähe von Verau in einer Mulde, die ein heftiger Regen ausgespült hatte, Feuer. Und plötzlich fing die dort vorhandene braune Masse zu brennen an – die Braunkohle war gefunden!

 

Die Bedeutung des Kohlefundes

Die bei uns vorkommende Kohle wurde und wird bisher als Lignitkohle bezeichnet. Die Literatur beschreibt die Lignitkohle als eine jüngere, geringwertige Braunkohle, bei der auch ohne Hilfsmittel noch Holzstrukturen erkannt werden können. Ihr Nutzwert ist in Wärmekraftwerken wegen des niedrigen Heizwertes gering und die Förderung ist meist nicht rentabel. Diese Beschreibung passt auf unsere Kohle, es ändert aber nichts daran, dass der Kohlefund den Grundstein für das später errichtete Eisenwerk, die Bayer. Überlandzentrale –BÜC- sowie letztendlich auch der Ton- und Schamottewerke gelegt hat. Nun wurde versucht, aus dieser Kohle etwas zu machen. Bekannt ist ein gewisser Schlossermeister Rudi aus Leonberg, der ein paar Kohlestücke mit nach Hause nahm und in seinem Ofen ausprobierte. Der Fuhrwerksbesitzer Pirkenseer aus Verau brachte eine Fuhre Kohle zum Bergamt nach Amberg zur Begutachtung. Das Ergebnis war zufriedenstellend und die Kunde vom Kohlefund machte im kohlearmen Bayern schnell die Runde. Überall in der Gegend vom Sauforst wurde rumgeschürft und nach Kohle gesucht. Ein Apotheker Prenner aus Burglengenfeld (Apothekerschächte) sowie ein Graf Oberndorfer aus Regendorf sind hier bekannt.

 

1845 – Josef Friedrich Fikentscher steigt ein

Fikentscher hatte bei Regensburg riesige Länderein, auf denen er in großem Stile Zuckerrüben anbaute. Zu ihrer Verabreitung errichtete er in Regensburg eine eigene Fabrik – die erst vor kurzem stillgelegte Zuckerfabrik. Da er zum Betrieb dieser Fabrik viel Kohle benötigte, erwarb er 1848 vom Landwirt Josef Fischer den oberen Strieglhof und eröffnete 1851 mit der Luisenzeche den Braunkohleabbau (Untertage . Die Kohle wurde mit Fuhrwerken (ab 1860 mit der Eisenbahn) nach Regensburg transportiert.

 

1835 – Die erste deutsche Eisenbahn – der Adler – fährt von Nürnberg nach Fürth

Das war für unsere Region der Einstieg in die Eisenproduktion, denn man wollte so schnell wie möglich das für die Bahn notwendige Schienennetz ausbauen. Da man dazu Fabriken brauchte, die diese Schienen produzieren, beauftragte die Bayer. Staatsregierung den Belgischen Generalkonsul Telmagur Michiels, nach einem geeigneten Standort für ein Eisenhüttenwerk Ausschau zu halten. Michiels nahm diesen Auftrag an und gewann dazu seinen Landsmann Henry Goffard als Compagnon. Er kaufte den Hof des Landwirts Sulzberger und schrieb damals an Goffard über unsere Gegend:

„Das ist ein Land der Wölfe und Wilden, aber gut geeignet für die Herstellung von Eisen und Stahl!“

 

1850 – Das Eisenwerk und Probleme von Anfang an

Es gab von Anfang Schwierigkeiten, vor allem finanzielle, denn der Bau verschlang bereits eine großen Teil des Kapitals, bevor das Werk fertiggestellt werden konnte. Hinzu kam, dass die Lignitkohle zu feucht war. Michiels sprang ab, und ließ seinen Kompagnon Goffard mit seinen Problemen alleine zurück. Das Unternehmen wurde dann durch die Firmen Maffei und Lieutenant & Pelzer (Belgien) auf eine breitere finanzielle Basis gestellt, 1853 wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, die nach dem damaligen Bayer. König Maximilian II. „Eisenwerksgsellschaft Maximilianshütte A.G.“ benannt wurde. Im selben Jahr trat der sehr tüchtige junge Hütteningenieur Ernst von Fromm in die Betriebsleitung ein, den man für die damalige Zeit durchaus als Retter des Eisenwerks bezeichnen kann. Henry Goffard, der erste Direktor der Maxhütte, verstarb 1854 in Burglengenfeld und ist dort auch beerdigt.

 

1892 – Der Konkurrent Rosenberg

Trotz der geschickten Geschäftsführung des Ernst von Fromm und seines großen kaufmännischen Geschicks (er war Techniker) hörten die Schwierigkeiten nicht auf. Die Transportwege für das Eisenerz waren zu schwierig, die Lignitkohle war zu nass (Trocknungsanlagen erforderlich) und aus Sachsen tat sich starke Konkurrenz auf. Das Unter-nehmen stand einfach nicht mehr am richtigen Platz, Rosenberg bekam wegen der Erzvorkommen in Sulzbach und Auerbach ein neues, modernes Werk. Offiziell wurde am 13. Oktober 1892 im Werk Haidhof die letzte Eisenbahnschiene gewalzt, und die Haupt-verwaltung ging nach Rosenberg.  

Ein schwerer Schlag für unsere Region, aber es ging auch wieder bergauf. Bereits 1898 wurde die Oberpfälzische Braunkohlengewerkschaft gegründet, aus der dann 1908 die Bayer. Überlandcentrale BÜC, das Elektrizitätswerk für die mittlere und südliche Oberpfalz entstand.

 

Die Gemeinde Maxhütte

Entstehung

Wo wir unseren Namen her haben, wissen wir nun. Aber wo kommen wir her?

Die Muttergemeinde war Ibenthann mit den Ortsteilen Roding, Winkerling, Sauforst, Rohrhof, Strieglhof und Steinhof (788 Einwohner). Dann entstanden, die Maxzeche,Maxhütte,Luisenzeche, Deglhof, Roßbergeröd, Birkenzell u.a..

Ab 26. April 1938 heißt der Ort Maxhütte, benannt nach seinem größten Ortsteil (418 Einwohner).

 

Nach dem Krieg entwickelte sich Maxhütte rasant. Wohnungen wurden gebaut (Stadt und Eisenwerk), eine neue Schule entstand, die Konsumgesellschaft errichtete ein Warenhaus, die Kanalisation wurde vorangetrieben und die Straßen asphaltiert. Viele Menschen, die durch den Krieg ihre Heimat verloren hatten, fanden bei uns eine neue Heimat, eine Wohnung und Arbeit. Bereits 1950 wurde unter der Amtszeit des Bürgermeisters Karl Schäffer das Rathaus eingeweiht. Der Schriftzug „Wille schafft Werke“ über dem Eingang des neuen Rathauses spiegelt die Aufbruchstimmung der damaligen Zeit wider.

 

1953 – Maxhütte wird zur Stadt erhoben

Am 4. Juli 1953 erfolgte in Anwesenheit das damaligen Bayer. Ministerpräsidenten Wilhelm Högner die feierliche Stadterhebung. Zur Erinnerung an diesen Tag wurde eine Linde gepflanzt. Sie hat sich wie unsere Stadt prächtig und steht an der Ecke Rathausstraße/August-Henkel-Straße (Anwesen Seebauer).

 

1956 – Die Stadt Maxhütte-Haidhof entsteht

Seit der Stadterhebung führte die Stadt den Namen Maxhütte. Erst durch den freiwilligen Zusammenschluss mit der Gemeinde Meßnerskreith im Jahre 1956, die mit ihrer Gemeindegrenze bis fast zum Gasthof Lauberger reichte, entstand endlich die Stadt Maxhütte-Haidhof im Landkreis Burglengenfeld.

 

1972 – Die Gebietsreform

Mit der Gebietsreform 1972 wurde der Landkreis Burglengenfeld ( auch Oberviechtach, Nabburg und Neunburg v.W.) aufgelöst und daraus ein neuer Landkreis Schwandorf gebildet. Hans Schuierer wurde der erste Landrat dieses Landkreises.

 

Die Stadt Maxhütte-Haidhof wuchs durch die Eingliederung von Pirkensee (mit Birkenzell und Birkenhöhe u.a.) und Leonberg (mit Kappl, Neukappl und Binkenhof u.a.) stark an, von Ponholz kamen nur die Teile oberhalb der Bahnlinie (Überjahn, Söllner, Bachfischer u.a.) nach Maxhütte-Haidhof, der Rest von Ponholz mit Hagenau und Medersbach konnte noch selbstständig bleiben.

 

1978 – Abschluß der Gebietsreform

1978 wurde dann auch die Gemeinde Ponholz nach einem langen gerichtlichen hin und her in die Stadt Maxhütte-Haidhof (zwangs)eingegliedert. Hagenau und Medersbach kamen nach Regenstauf und verblieben somit beim Landkreis Regensburg.

 

Schlussbemerkung des Verfassers

Die Gebietsreform hat damals viel Staub aufgewirbelt und auch manche Wunde geschlagen. Aber aus jetziger Sicht kann man sagen: Des passt, wia’s is!

 

von Josef Stadlbauer

  Leonberg

Geschichte von Leonberg

 

Durch die über viele Jahrhunderte lang andauernde Schlossherrschaft , einen über 400 Jahre alten Schulstandort und die über 700 Jahre alte Pfarrei, die einst von Meßnerskreith im Norden bis Eitlbrunn im Süden und von Leonberg im Osten bis Roding im Westen reichte, ist Leonberg in unserer Stadt ein Ort mit herausragender Bedeutung. Und vor allem vom Süden her gesehen, ist Leonberg auch der Ort mit der markantesten Silhouette. Der Ortsname geht auf das Geschlecht der Limberger oder Limperger zurück, die im 13. Und 14. Jahrhundert ihren Stammsitz in Leonberg hatten. Sie hausten auf der alten Burg, bei uns bekannt als „das Gchlössl“. Erbaut wurde dieses Gschlössl vermutlich von den Hohenburgern und diente zur Überwachung der sog. „Altstraßen“ zwischen Naab und Regen. Bis 1196 gehörte es zur Landgrafschaft Stefling. Inwieweit der Name des Schutzpatrons St. Leonhard, der übrigens anfangs des 18. Jahrhunderts den Schutzpatron „Johannes der Täufer“ ablöste, in die Namensgebung eingeflossen ist, ist nicht erwiesen. Denkbar ist allerdings, dass man die unterschiedlichen Schreibweisen Lenperch, Limperc, Limperch, Limberch, Lenberg oder Lienberg dadurch vereinfachte, dass man die ersten drei Buchstaben des Leonhard in den Ortsnamen integrierte. Das Leben in Leonberg war über die Jahrhunderte hinweg geprägt von der Hofmark, dem gräflichen Herrschaftssitz, und ihren jeweiligen Besitzern. 1795 gelangte Leonberg in den Besitz des Freiherrn Wilhelm Karl von Eckart, der 1799 in den Grafenstand erhoben wurde. Seine Tochter Eugenia heiratete den französischen General Graf du moulin ( zu Deutsch von der Mühle), 1857 entstand dann der Namenszug Graf von der Mühle Eckart. Das jetzige Schloss wurde ab 1890 erbaut. Die Wappen der Eckarts und der du moulins wurden zu einem gemeinsamen vereinigt.

 

Die Gebietsreform 1972

Leonberg ließ sich zum 01. Januar 1972 freiwillig in die Stadt Maxhütte-Haidhof eingemeinden. Vorangegangen war eine Bürgerabstimmung, bei der sich 90,74 % der Abstimmenden (Beteiligung 62 %) für eine Eingemeindung aussprachen. Die freiwillige Eingemeindung wurde mit 534.863.- DM gefördert.

 

Bürgermeister: Karl Igl

Einwohner: Ca. 2000 mit Teilen Deglhofs (derzeit knapp unter 1800)

Kasse bar: 36,12 DM

Kontostand: 12.646,92 DM

Schulden 782.431,29 DM

 

Die Pfarrei und die Pfarrkirche St. Leonhard

Die Pfarrkirche St. Leonhard ist erstmals belegt als Kirche in Lienberch 1279. Sie wurde erbaut in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts und in den Jahren 1543 sowie 1716 – 1718 erweitert. Sie hat 250 Sitzplätze, 4 Altäre, eine Orgel und 3 Glocken ( Maria, Valentin und Michael ). Die ehemals sehr große Pfarrei wurde im 20. Jahrhundert verkleinert. 1947 wurde Eitlbrunn mit Steinsberg zusammengelegt und zur Pfarrkuratie erhoben, Pirkensee wurde 1959/1960 von einer Expositur zu einer Pfarrkuratie, und eine neue Pfarrkirche wurde erbaut. Wegen des enormen Bevölkerungszuwachses nach dem 2. Weltkrieg wurde Rappenbügl 1952 eine Expositur, 1953 - 1954 wurde die Kirche erbaut und am 1. Juni 1960 erfolgte die Erhebung zur Pfarrkuratie. In Maxhütte wurde 1922 der Grundstein für die St. Barbara Kirche ( jetzt Friedhofskirche) gelegt, die Einweihung fand am 3. Dezember 1922, dem St. Barbara Tag, statt. Seit 22. März 1927 ist Maxhütte eine eigene Pfarrei und hat seit 1961 eine neue, große Pfarrkirche.

 

Die obere und die untere Kapplkirche

Die Pfarrei Leonberg hat neben der Pfarrkirche St. Leonhard noch zwei weitere Kirchen, nämlich die Kapplkirchen „Mutter zu den sieben Schmerzen“ und die Kirche „St. Michael“. Der Legende nach sind die Kapplkirchen folgendermaßen entstanden: „Eine Magd aus Kappl kommunizierte in Leonberg, nahm die Hostie unbemerkt aus dem Mund, versteckte sie in einem Tuch und ging nach Hause. Sie glaubte, mit Hilfe der Hostie zaubern zu können. Unterwegs wurde die Hostie immer schwerer, bei Unterkappl konnte die Magd plötzlich nicht mehr weitergehen. Sie legte die Hostie auf einem Baumstumpf ab, wo sie am Tag darauf ein Hütbub bemerkte, weil seine Kühe rings um den Baumstumpf stehen blieben. Die Hostie blutete, und da auch der Leonberger Pfarrer sie nicht anheben konnte, ließ der Kapplbauer (Volksmund Kowlbauer) um den Holzstumpf ein Kirchlein errichten – die „Mutter zu den sieben Schmerzen.“ Da dieses Kirchlein (erstmals urkundlich erwähnt 1378) die zahlreichen Pilger bald nicht mehr aufnehmen konnte, wurde im 15. Jahrhundert etwas weiter oben die größere Kirche St. Michael erbaut. Wo einst der Baumstumpf stand, wurde ein Brunnenschacht errichtet, der wundertäniges Wasser enthielt.

 

Die evangelische Zeit

Mit Beginn des 16. Jahrhunderts war auch in unserer Gegend die Reformationsbewegung zu spüren. 1505 wurde unser Gebiet dem Herzogtum Pfalz-Naumburg einverleibt. Dessen Pfalzgraf Ottheinrich war zunächst Reformationsgegner, trat aber bald dem Schmalkaldischen Bund bei und hoffte, dass seine Untertanen freiwillig Lutheranisch werden. Da diese das aber nicht taten, befahl er den Glaubenswechsel durch ein scharfes Dedikt, und Leonberg bekam einen evangelischen Pfarrer. Vier Jahre später (1546) besiegte Kaiser Karl V die Schmalkalden, und der ev. Pfarrer musste Leonberg wieder verlassen. 1552 besiegten die Schmalkalden wiederum den Kaiser, so dass Leonberg bis 1614 wieder evangelisch wurde. Mit dem Religionsfrieden von Augsburg 1555 wurde bestimmt, dass der Glauben des jeweiligen Herrschers den Glauben der Untertanen bestimmt – Wes das Land, des der Glaube ( lat. cuius regio – eius religio ). Wer sich nicht danach richtete, musste das Land verlassen. Die Leonberger waren somit 70 Jahre lang evangelisch, in die Kirche gingen sie aber kaum. Von 1614 – 1653 besaß Herzog Wolfgang Wilhelm unser Gebiet, er hatte bereits 1613 den katholischen Glauben angenommen.

Ein Bonmot aus dieser Zeit: „Der evangelische Pfarrer Jakob Thalheimer von Leonberg hat gestanden, dass er sich als junger Kantor zu seiner Dirn gesellt habe und bis zum 30. Lebensjahr und seitdem er Priester sei, mit ihr hauste und 16 Kinder zeugte.“

 

Leonberg und die Zeit unter Napoleon 1809

In den Schlachten bei Austerlitz (1805) und bei Jena und Auerstedt (1806) waren Russland, Preußen und Österreich den Truppen Napoleons unterlegen. 1809 versuchte Österreich, die Vorherrschaft Napoleons wieder zu beseitigen. Unterstützt wurde es von den Tiroler Bauern (Andreas Hofer), die nicht zu den Bayern wollten, wie es Napoleon befohlen hatte. Bayern kämpfte auf der Seite der Franzosen. Der Verwalter des Grafen – ein gewisser Mulzer – führt über diese Zeit Tagebuch: „Es war eine schlimme Zeit, da die durchziehenden oder lagernden Soldaten aller beteiligten Parteien - Franzosen, Bayern, Österreicher und Sachsen – verpflegt werden mussten. Am 23. April wurde Regensburg beschossen, in Brand gesetzt und geplündert. Die Durchmärsche und das Requirieren waren bald nicht mehr auszuhalten. Aus dem Lager bei Ponholz und Pirkensee erhielt ich den Befehl, auf der Stelle 60 Säcke Hafer, 20 Fässer Bier, 4 Schober Stroh, 300 Bund Heu, 20 Klafter Holz, 10 Pfund Kaffee und Zucker, 20 Maß Wein und Branntwein sowie 100 Laib Brot zu liefern. Aus dem Stall wurden die besten vier Ochsen genommen, sie erschlugen ein fettes Mastschwein und zwei Spanferkel, dem dritten ist das Kreuz eingeschlagen.“

 Schlusszitat aus dem Tagebuch Mulzers: „Im Schloss kam man immer gut mit den Franzosen aus, weil diese noch etwas Ehre im Leibe hatten. Aber die Sachsen! Wir danken alle Gott, von diesen unverschämten Gästen befreit zu sein. Wir haben leichter 19 französische Offiziere bewirtet als 5 sächsische. Die 19 Franzosen haben zusammen weniger getrunken als die 5 Sachsen….“

 

Die Revolution 1919

Durch den Druck der Herbstrevolution 1918 dankte Kaiser Wilhelm II am 19. November 1919 ab. Überall in der Republik entwickelten sich sog. Arbeiterräte – Arbeiter an die Macht! Der Leonberger Arbeiterrat übernahm bereits Anfang 1919 die Gemeindeverwaltung und stellte an den Grafen folgende Forderungen: Land – billiges Holz – Wohnungen – Erhöhung der Hungerlöhne! Da der Graf sein anfängliches Versprechen nicht einhielt, wurde trotz Mäßigungsversuchen innerhalb des Arbeiterrates das Schloss gestürmt, es wurde geplündert und zerstört, der Weinkeller wurde geleert und durch Abholzen des Hölzlberges ein großer Holzvorrat angelegt. Aus Erzählungen ist überliefert, dass die Revolutionäre mit dem offenen Wagen das Grafen durch Leonberg fuhren und die Räterepublik ausgerufen haben. Der Anführer – Jakob Schäfer, genannt der Schwarze Jackl - soll eine weiße Jacke mit dem roten Stern getragen haben. Die kommunistische Räteregierung dauerte nur einige Wochen, die Folgen für einige Revolutionäre dauerten aber länger. Der Schwarze Jackl musste für 8 Monate hinter Gitter, seine Mitstreiter erhielten Haftstrafen zwischen sieben Monaten und einem Monat.

 

Fundstellen

Josef Biersack „Ortschronik Hofmark und Pfarrei Leonberg“, Festschrift „700 Jahre Pfarrei Leonberg“

und Chronik „40 Jahre Stadt Maxhütte-Haidhof“.

Zusammengefasst von Josef Stadlbauer

 

 

  Pirkensee

Geschichte von Pirkensee

 

Pirkensee, das Schloss und seine Herrschaft

 

Die Entstehung und Entwicklung des Ortes Pirkensee ist so wie die Leonbergs eng mit der Hofmark und deren adeligen Besitzern verbunden. Die frühesten Besitzer des Herrschaftssitzes dürften die Pirchenseer gewesen sein. Ein gewisser Hertel von Pirchensee, Grundherr von Reingrub, wird 1326 als Schlossherr erwähnt. Im folgten ein Härtweig von Pirkensee, ein Hertel von Birchensee, ein Friedrich der Pirkensäer, sowie ab 1425 ein Peter Kanut von Pürkensee, dessen Gattin Barbara von Hohenfels 1649 eine Stiftung nach St. Mangen in Stadt am Hof macht.

 

Von 1470 bis 1521 sind als Besitzer die Eytenharter ( Ruprecht und Lienhart ) erwähnt, von 1521 an bis 1731 saßen in Pirkensee die Teufel. Jörg Wolf Teufel, Forstmeister zu Burglengenfeld, war mit Veronika Sinzenhofer aus Leonberg verheiratet. Das ganze Dorf unterstand damals dem Lehensherrn. Von 1731 bis 1797 waren die Freiherren von Franken , die ihren Stammsitz in Burg an der Wupper hatten, die Hofmarksbesitzer. Bis 1766 gehörte ihnen auch Leonberg. Johann Bernhard von Franken, der u.a. Vertreter der Kurpfalz auf dem Reichstag in Regensburg und Konferenzminister Kaiser Karls des VII. war, hatte mit seiner Ehefrau Catherine zum Pütz elf Kinder. Unter seiner Herrschaft wurde von 1731 bis 1734 das Schloss in seiner jetzigen Form mit seinen vier Zwiebeltürmen und einer Schlosskapelle ( St. Anna ) errichtet.

 

Das Deckenfresko „Maria mit dem Kind“ in der Kapelle wird dem berühmten Maler Kosmos Damian Asam zugeschrieben. Bis zur Einweihung der neuen Pfarrkirche 1960 diente die Kapelle als Pfarrkirche. Im Jahre 1797 gelangte Pirkensee in den Besitz des Freiherren Karl von Eckart , dessen Familie bis zum Umzug ins neuerbaute Schloss Leonberg 1904 in Pirkensee residierte. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges wurde Pirkensee von Gutspächtern bewirtschaftet, nach dem Krieg diente es vielen Flüchtlingen und Heimatvertriebenen entweder als Zwischenstation oder als erste Kontaktstelle zur Ortsansässigkeit. Die landwirtschaftlichen Gebäude und der in Pirkensee gelegene Grund wurden von der Siedlungsgenossenschaft erworben, um heimatvertriebenen Bauern wieder eine Existenz-grundlage zu schaffen. Ende 1990 wurde das Schloss an einen Unternehmer aus Frankfurt verkauft, der daraus ein Schlosshotel machen wollte.

 

Umfangreiche Sanierungsabreiten begannen, sogar die Zwiebeltürme wurden abgetragen, schadhaftes Holz wurde ausgebessert und die Kupferdeckung erneuert. 1999 wurden das Schloss und die Pirkenseer von einer Katastrofe heimgesucht. Ein Großbrand, der durch einen Brandstifter gelegt worden war, machte das so stolze Wahrzeichen zur Ruine. Mittlerweile ist es wieder so weit aufgebaut, dass zumindest die Optik passt, aber die Pirkenseer warten immer noch darauf, dass wieder richtiges Leben in das Schloss einkehrt.

 

Die Dorfschule

Die Chronik geht davon aus, dass die Schule in Pirkensee zur Zeit der franz. Revolution ( 1789 ) entstanden ist. Jedoch ist in der Steuerbeschreibung 1727 ein Andreas Schündtler als „Schulmaister“ beschrieben, der „neben läuten auch Schulhalten soll“. Der Unterricht erstreckte sich hauptsächlich auf das Auswendiglernen christlicher Gebete. Um 1809 gingen ca. 50 Pirkenseer Schüler in Leonberg zur Schule. Mit der Begründung, dass „besonders zu Winterszeit der Weg bis zur Pfarr Schule Leonberg viel zu beschwerlich wäre“, stellte die Schulgemeinde Pirkensee den Antrag an den König, dass die Kinder von dem Pirkenseer Pfarrer Alois Stettner unterrichtet werden sollen. Der Leonberger Lehrer Ignaz Kröninger wehrte sich aber mit aller Kraft gegen dieses Ansinnen, da er vor allem den Verlust seines Schulgeldes befürchtete. Das Königliche Commißariat des Regentalkreises in Straubing wäre zur Genehmigung dieses Antrages bereit gewesen, „wenn man dem Lehrer in Leonberg das Schulgeld nicht entziehe. Schließlich verspricht sich eine uneigennützige Tätigkeit des Pfr. Stettner umso mehr, als er jährlich 450 Gulden von der Gemeinde und einen beträchtlichen Geldbetrag und Naturalien von der Hofmarksherrschaft erhält, und noch dazu ein junger, kraftvoller Mann ist, der seinen Diensteifer beweisen kann...“ Kaum war die Schule genehmigt, wollte man auch schon das Schulgeld nicht mehr bezahlen. Das Ende des Schulwesens in Pirkensee kam 1994 mit dem Schließen der Grundschule.

 

Die Posthalterei

Eine Erwähnung der Kaiserl. Posthalterei Birkensee am Postkurs Regensburg – Schwarzenfeld findet man aus dem Jahre 1711. Dieser Postkurs wurde aber bald auf die Strecke über Kürn und Nittenau nach Schwarzenfeld verlegt. 1740 tauchte die Frage einer Posthalterei wieder auf, weil der Tafernwirt Johann Hartmann über den Freiherrn von Franken an die Taxis‘sche Postverwaltung mit dem Vorschlag herantrat, eine Postverbindung von Regensburg nach Amberg über Pirkensee einzurichten, und ihn als Posthalter zu ernennen. Die Taxis‘sche Postverwaltung lehnte ab, gab aber ihrerseits schon Ende 1741 die Absicht bekannt, eine Postlinie Regensburg-Amberg mit Ablösestellen in Pirkensee und Schwandorf zu errichten. Dieser Postkurs trat im Sommer 1742 ins Leben und der Tafernwirt Johann Hartmann aus Birkensee sowie der Schwanenwirt Johann Huber aus Schwandorf wurden kaiserliche Reichsposthalter. Johann Hartmann verstarb und seine Witwe heiratete einen gewissen Wolfgang Wilhelm von Laßleben, der ebenfalls Reichsposthalter wurde, und ab 1764 die Verlegung der Post nach dem kurzpfälzbayerischen Ort Ponholz betrieb. Als Gründe gab er an, dass die jüngst chausseeartig ausgebaute Straße von Regensburg nach Ponholz dem Ort Birkensee die Verkehrsbedeutung raube. Zudem nutze Frhr. von Franken seine Stellung gegenüber seinem Untertan aus und bezahle lediglich die halbe Postgebühr. Taxis unterstützte den Vorschlag, und im Aug. 1765 genehmigte Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz die Verlegung der Posthalterei und der damit verbundenen Gastwirtsge- rechtigkeit von Birkensee nach Ponholz mit Wirkung 1. Okt. 1765. Noch heute ist der Stein im Torbogen der „Alten Post“ in Ponholz mit dem Posthorn, der Jahreszahl 1766 und den Initialen „W.L.“ zu sehen. Da sich die „Alte Post“ in Ponholz und das Wirtshaus „Held“ in Pirkensee im Baustil ähneln, ist zu vermuten, dass die Poshalterei des Johann Hartmann ursprünglich das jetzige Gasthaus Effenhauser-Held war.

 

Die Tonwarenfabrik

Seit 1865 bestand in Schwandorf eine Tonwarenfabrik (TWF) mit Zweigwerken in Schwarzenfeld und Wiesau. Die Produktpalette reichte von Ziegelsteinen über Steinzeug, Schamottewaren und Klinkerplatten bis hin zu Dachziegeln. 1895 erwarb die TWF ein kleines landwirtschaftliches Anwesen (Krempl Ziegelhütte), um ein Zweigwerk zu errichten. Die Entscheidung war für diesen Standort gefallen, da in Ober- und Unterhub ca. 270 Tagwerk tonhaltiges Gelände vorhanden waren, und seit 1859 in Ponholz ein Bahnanschluss bestand. Baubeginn war 1899, und bereits 1901 wurde mit der Produktion von Dachziegeln (Biberschwanz und Doppelfalz) begonnen. Ab 1911 kam dann die Produktion von Kanalisationsrohren hinzu, das Steinzeugwerk wurde speziell für den Export nach Österreich und Belgrad ausgebaut. Zu dieser Zeit hatte die Pirkenseer Fabrik 282 Beschäftigte. 1919 wurde sie durch ein Großfeuer zerstört. Nach dem Wiederaufbau wurde 1920 die Produktion wieder aufgenommen. Die Inflation und die Wirtschaftskrise 1923 trafen auch diesen Indsutriezweig stark, im Pirkenseer Werk wurde sogar eigenes Notgeld gedruckt ( 20 Millionen Mark ) und an die Beschäftigten ausgegeben. 1923/24 wurde das Werk stillgelegt und 1928 abgebrochen. Auf Initiative eines Töpfermeisters aus dem Rheinland wurde damals der Pirkenseer Gesangsverein aus der Taufe gehoben.

 

Die Eisenbahn

Bereits 1859 ging die Bahnlinie, die sog. Ostbahn in Betrieb, die von Regenstauf nahe an Pirkensee vorbei über Ponholz nach Haidhof führte. Ursprünglich sollte die Trasse von Pirkensee aus direkt nach Burglengenfeld führen, Burglengenfeld aber wollte keine Eisenbahn. Dies ist auch der Grund, weshalb die Bahnlinie zwischen Regenstauf und Ponholz eine langgezogene Kurve macht. Das Material für den hohen Bahndamm zwischen Pirkensee und Ponholz wurde aus dem nahe gelegenen Wald gewonnen. So entstand das „Loch“, das heute als Sport- und Festplatz dient.

 

Der Anschluss an die Stadt Maxhütte-Haidhof 1972

Die ehemalige selbstständige Gemeinde Pirkensee schloss sich am 1. Januar 1972 freiwillig der Stadt Maxhütte-Haidhof an. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt mit den Ortsteilen Almenhöhe und Ziegelhütte und dem Weiler Englbrunn ca. 1300 Einwohner. Der Schuldenstand betrug 1.010.660,82 DM, für die freiwillige Eingliederung gab es einen Staatszuschuss von 413.000.-DM. Aber so freiwillig , wie das auf den ersten Blick aussieht, war der Anschluss nicht. Man lotete damals mehrere Möglichkeiten aus, weil man für Pirkensee so viel wie möglich herausholen wollte. Vor allem Richtung Burglengenfeld richtete sich der Blick, und man glaubte auch, in der Bevölkerung einen entsprechenden Trend zu erkennen. Der Gemeinderat beschloss deshalb am 09.11.1971 mit 6 : 4 (SPD : Freie Wähler) Stimmen die Eingemeindung nach Burglengenfeld, der Stadtrat von Burglengenfeld stimmte am 25.11.1971 einem entsprechenden Antrag zu. Deshalb war die Überraschung groß, als sich der vermutete Trend nicht bestätigte. Lediglich 39,62 % der Bevölkerung stimmten am 12.12.1971 für Burglengenfeld, mit 60,38 % sprach sich eine deutliche Mehrheit für Maxhütte-Haidhof aus. Dem Pirkenseer Gemeinderat mit seinem Bürgermeister Christian Bauer blieb nun nichts anderes übrig, als sich diesem Votum (einstimmig) zu beugen, und einen Antrag an die Stadt Maxhütte-Haidhof zu stellen, der vom Maxhütter Stadtrat am 17.12.1971 angenommen wurde. Eine andere denkbare Alternative – Leonberg – Pirkensee - Ponholz – scheiterte, was vermutlich weniger an den Bürgern und den Gemeinderatsmitgliedern als mehr an dem ein oder anderen Verhandlungsführer gelegen haben mag. Und nun gehören sie alle drei zur Stadt Maxhütte-Haidhof.

 

Fundstellen Josef Biersack „Pirkensee , eine oberpfälzer Gemeinde im Spiegel der Zeit“. Joseph Rappel „Ortschronik von Pirkensee“

 

Zusammengefasst von Josef Stadlbauer

 

 

  Ponholz

Geschichte von Ponholz

 

Entstehung und Ortsname

Die Ortschaft ist erstmals im Jahre 1371 als zur Grundherrschaft der Grafen zu Stefling gehörend urkundlich erwähnt. Das Ponholzer Wappen ist in blau und silber gehalten, den Farben des Hauses Wittelsbach. Die beiden Bäume deuten auf den die Ortschaft umgebenden Wald hin, und das Posthorn erinnert an die ehemalige Postlinie der Thurn- und Tax’schen Post.

Der Name des Ortes hat sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt von Banholz über Banholze – Bonholz – Bonnholz und schließlich Ponholz. Dabei handelt es sich um eine Siedlung, die von einem Schutzwald – dem Bannwald – umgeben ist. Ein Bannwald kann aber auch eine andere Bedeutung haben: Nämlich, dass die besitzende Herrschaft dem gemeinen Volk verbietet, ihren Wald zu betreten – aus dem Wald verbannen! 

Ein gewisser Pauersbach, der die Poststationen der Thurn- und Tax’schen Post inspizierte, beschreibt Ponholz 1786 als Pfalz-Neuburgisches Dörfchen mit 15 Häusern und einer Poststation.

Bis in die 60er Jahre war Ponholz beim Anwesen Wittmann Michael (drei Häuser nach dem jetzigen Dorfhaus Richtung Leonberg) zu Ende. Oben an der Bahnlinie standen links und rechts der Bundesstraße seit ca. 1950 sieben Wohnhäuser. Um 1960 wurde am Jankerberg und der Hasenhöhe die sog. Siedlung gebaut ( Name stand für die Entwicklung durch die Landessiedlung), und somit die Lücke zwischen Unterponholz und Oberponholz geschlossen. Bis zur Gebietsreform gehörten die Ortsteile Hagenau, Medersbach sowie die Häuserreihe oberhalb der Bahnlinie ( Söllner, Überjahn, Bachfischer) zur Gemeinde Ponholz.

 

Ponholz und die Alte Post

So wie Leonberg und Pirkensee von der jeweiligen Hofmark geprägt wurden, so ist Ponholz eng mit seiner „Alten Post“ verbunden. Jeder, der sich früher auf der B 15 von Regensburg Richtung Weiden quälte, kannte das altehrwürdige Gebäude direkt an der Bundesstraße und den dazugehörigen stattlichen Gutshof mit eigener Brennerei, eigenem Jagdrecht und Gaststätte. Aber auch jeder dieser Vorbeifahrenden konnte den Verfall dieses ehemals stolzen Anwesens beobachten, von dem nur noch das Haupthaus und die große Feldscheune erhalten sind.

Früher war die Station für die reitende und fahrende Post in Pirkensee angesiedelt ( jetziges Gasthaus Effenhauser-Held). Da Pirkensee aber etwas abgelegen und auch die Straße von Regensburg her bei Ponholz chausseeartig ausgebaut worden war, ließ der Pirkenseer Tafernwirt und Posthalter Johann Hartmann das Gebäude in Ponholz erbauen, um die Poststation von Pirkensee nach Ponholz verlegen zu können.

Johann Hartmann und der Schwahnen Würth Johann Huber zu Schwandorf stellten Antrag auf Bestallung als Posthalter, der in einem Schreiben an die Oberpostdirektion vom 13. Okt. 1764 befürwortet wurde. Wahrscheinlich hat die Verlegung der Poststation von Pirkensee nach Ponholz im Jahre 1767 stattgefunden. Johann Hartmann selbst hat aber den Umzug nicht mehr erlebt. Die Initialen „W.L.“ in dem Stein mit dem Posthorn und der Jahreszahl 1767 über dem Tor sind bereits die Initialen seines Nachfolgers Wilhelm Laßleben ( dem zweiten Mann der Witwe Hartmann ).

Johann Hartmann ( Sohn des verstorbenen Pirkenseer Posthalters ) besaß die Alte Post mit einer großen Landwirtschaft, einem Bräu- und Branntweinhaus, die Schmiedegerechtigkeit sowie die Tafernwirtschaft und die Poststation. Das Posthaus hatte zwar eine Bewirtung, der es aber an Einrichtung und Bequemlichkeit fehlte. Zum Haupthof gehörten zwei halbe Höfe und ein Söldneranwesen. Auch Englbrunn gehörte dazu, weshalb dieser Weiler bis zur Gebietsreform zur Gemeinde Ponholz gehörte ( wie auch das Anwesen Czerny in Roßberger- öd).Die Brauerei wurde mit ( sehr schwefelhaltigem ) Wasser vom Harberhof versorgt , das Bier wurde in einem großen Eiskeller unter dem Poststodl eingelagert, das hierzu benötigte Eis wurde am Feuerwehrweiher geeist und durch die Kellerschächte in den Keller gerutscht.

Das Einzugsgebiet der Poststation umfaßte 20 Orte. Die unbedeutenden Geschäfte der Brief- und Postwagenexpetition erledigte der Posthalter selbst, er hatte zwei Postknechte und einen Ordinaire-Reiter, dazu zwei halb gedeckte sowie eine offene Kalesche und 10 mittelmäßige Pferde. Die Post wurde meist durch Bauersleute abgeholt bzw. zur Weiter- beförderung dorthin gebracht. Für die Führung der Postwagen bekam der Posthalter im Jahr 306 Gulden, dazu ca. 200 Gulden für Estaffets- und Passagiers-Ritt-Verdienste. Er be- schwerte sich heftig über die posthornführenden Hofmarksherren und über die Kloster- pfarrer. Auch führte er Klagen über die Regensburger, Stadtamhofer und Amberger Lehen-Rößler, welche die Reisenden an Ponholz vorbei bis Schwandorf und Amberg brachten und dabei seinen Verdienst schmälerten.

 

Postwagen und Reiterverkehr

Reitende Post

• Regensburger Post:  Dienstag Freitag

• Bayreuther über SAD:  Mittwoch Samstag Nachmittags zwischen 3 und 4 Aufenthalt ¼ Stunde

Postwagen

 Nürnberger Wagen

• Aus Regensburg:  Montag zwi. 11 und 12 h – Aufenhalt ½ Stunde

• Aus Nürnberg:   Montag zwi. 12 u. 1 h 

Prager Wagen

• Alle 14 Tage am Montag zeitgleich mit dem Nürnberger Wagen

 

Und in welchem Wagen saß Goethe?

In keinem – er fuhr in einem Sonderwagen und er hat auch nicht in Ponholz übernachtet. Denn hier hat wegen der Nähe zu Regensburg ,und weil es nur eine Tafernwirtschaft gab , niemand übernachtet.

Aus Goethes Aufzeichnungen: „Ich war um halb neun in Weyda, nachts 1 Uhr in Wernberg, halb dreie in Schwarzenfeld, halb fünfe Schwandorf, halb achte Bahnholtz, um zehn in Regensburg…..“

 

Die Gebietsreform 1972

Die Gemeinde Ponholz kam nicht schon 1972 und auch nicht freiwillig zur Stadt Maxhütte- Haidhof, sondern wurde am 1. Mai 1978 zwangseingemeindet. Dieser Eingemeindung waren zahlreiche Befragungen, Abstimmungen, Verhandlungen sowie Klagen ( Normen- kontrollantrag, Verfassungsbeschwerde, Popularklage u.a.) vorangegangen. Das Problem in Ponholz war vor allem, dass man zum Landkreis Regensburg gehörte, und aus diesem nicht raus wollte. Da lag es eigentlich nahe, dass man sich zum nächstgrößeren Ort im Landkreis Regensburg orientierte, und das war die Marktgemeinde Regenstauf. Bei einer Haus- haltsbefragung im August 1971 sprachen sich 81,81 % der abgegebenen Stimmzettel für einen Zusammenschluss mit Regenstauf aus. Aber es gab Kräfte in Ponholz, die weder nach Regenstauf noch nach Maxhütte-Haidhof und schon gar nicht mit anderen kooperieren wollten. Deshalb hatte auch ein möglicher Zusammenschluss mit Leonberg und Pirkensee zu einer Großgemeinde oder einer Verwaltungsgemeinschaft keine Chance.

Am 20. Febr. 1972 führte die Regierung auf Antrag der Gemeinde Ponholz eine Bürger- abstimmung durch. 403 Stimmberechtigte ( mit Hagenau und Medersbach, aber ohne die Einwohner westlich des Bahnhofs, die bereits seit 1.1.72 zur Stadt MH gehörten) waren zur Urne gerufen. Man hatte die Möglichkeit, sich für den Erhalt oder die Aufgabe der Selb- ständigkeit und im letzteren Falle für eine Eingemeindung nach Regenstauf oder einem Zusammenschluss mit Ramspau zu stimmen. Ein paar Tage vor der Abstimmung erschien in Ponholz ein von mehreren Gemeinderäten unterzeichnetes Flugblatt, in dem unter Hinweis auf eine Richtlinie des Bayer. Innenministeriums der Bevölkerung suggeriert wurde, dass Gemeinden mit 500 Einwohnern ( Ponholz hatte damals ca. 600 ) auch nach 1976 selbständig bleiben könnten. Dass das nur unter bestimmten strukturellen Voraussetzungen ginge ( z.B. im Bayer. Wald, wo sich der nächst größere Ort in 20 km Entfernung findet ), wurde nicht erwähnt. Entsprechend fiel das Ergebnis aus: Von den abgegebenen 288 Stimmen sprachen sich 147 für Regenstauf und 219 für die Selbständigkeit aus.

Ponholz durfte bis 1976 selbständig bleiben.

Am 26.1.1976 wurde erneut abgestimmt. 75,17 % der Ponholzer sprachen sich für Regenstauf und 24,48 % für Maxhütte-Haidhof aus. In Hagenau und Medersbach votierten 98,68 % für Regenstauf. Aber die Absicht der Regierung, die Ponholz von Anfang an der Stadt Maxhütte-Haidhof zuschlagen wollte, setzte sich durch: Ponholz wurde zum 1. Mai 1978 in die Stadt Maxhütte-Haidhof eingegliedert, und mit Schreiben vom 29.04.1983 teilte das Landratsamt Schwandorf mit, dass nun alle Verfahren beendet und die Eingemeindung von Ponholz abgeschlossen sei.

Ponholz hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 600 Einwohner und einen Schuldenstand von 397.194,83 DM, die Kosten des gesamten Verfahrens lagen bei 28.628, 12 DM. Die für einen freiwilligen Zusammenschluss in Aussicht gestellten Schlüsselzuweisungen von 230.000.- DM gingen verloren. Bürgermeister war damals Johann Stadlbauer.

 

Fazit

Wer damals glaubte oder jemandem glauben machen wollte, dass eine Gemeinde mit 600 Einwohnern auch nach der Gebietsreform selbständig bleiben könne, hat den Sinn der Gebietsreform nicht verstanden oder verstehen wollen. Ziel der Gebietsreform war es, größere Verwaltungseinheiten zu schaffen, die den ständig wachsen Anforderungen in verwaltungsrechtlicher und finanzieller Hinsicht Stand halten können. Selbst wenn es gelungen wäre, aus Leonberg, Pirkensee und Ponholz etwas zu machen, hätte dies der Stadt Maxhütte-Haidhof wesentlich geschadet, da sie dann mit ca. 6000 – 7000 Einwohnern niemals die Bedeutung im Landkreis Schwandorf hätte erreichen können, die sie jetzt hat. Selbst wenn sich der Autor damals als junger, politisch schon engagierter Mensch für eine Eingemeindung nach Regenstauf ausgesprochen und auch dafür gekämpft hatte, kann er nach 34 Jahren Zugehörigkeit zur Stadt Maxhütte-Haidhof aus voller Überzeugung sagen: Des passt scho, wia’s is!!

 

verfasst von 

Josef Stadlbauer